Das Regiment

Die Stammtruppen

Bereits 1706 wurde in Hessen-Kassel eine Husaren-Kompanie aufgestellt, die bis 1710 im spanischen Erbfolgekriege gegen die Franzosen kämpfte. Sie bestand aus 3 Offizieren, 3 Unteroffizieren, 1 Trompeter, 1 Schmied, 48 Gemeinen und verfügte über 56 Pferde. Im holländischen Sold nahm sie an mehreren Gefechten an der holländisch-französischen Grenze, sowie an der siegreichen Schlacht von Oudenarde teil. Nach dem Friedensschluß wurde die Kompanie bis auf einen kleinen Stamm aufgelöst. Bis 1725 ist aus den Rechnungen des Kriegspfennigamtes bekannt, daß noch 1 Unteroffizier und einige Husaren a la suite der Garde du Corps geführt wurden.

Im österreichischen Erbfolgekrieg stellte Kassel erneut ein Hilfskorps, das auf Seiten Karl VII. kämpfte. 1744 wurde die Husaren-Kompanie zum größten Teil aus ungarischen Söldnern wieder neu gebildet. 1745 starb Karl VII.. Sein Sohn schloß Frieden mit Österreich. Der Krieg dauerte jedoch zwischen Frankreich und Österreich fort. Österreich verbündete sich mit England gegen Frankreich und Spanien. Fortan kämpfte die Husaren-Kompanie, nunmehr aus Landeskindern ergänzt, im englischen Sold. Wiederum in den Niederlanden kämpften die Husaren tapfer gegen die Franzosen. 1746 wurde die Kompanie nach Schottland verschifft, wo sie an der Niederwerfung des schottischen Aufstandes beteiligt war. Nach der Rückkehr in die Niederlande dauerten die Kämpfe schließlich bis zum Friedensschluß 1748 an. Nach der Rückkehr in die Heimat wurde die Kompanie diesmal nicht aufgelöst. Vielmehr fanden die Husaren zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im eigenen Lande Verwendung.

1756 begann der "Siebenjährige Krieg" zwischen Preußen und Österreich. Auch in diesem Krieg zeigte sich die Zerrissenheit Deutschlands. Außer Hannover, Braunschweig, Bückeburg und Kurhessen, standen die deutschen Fürsten im Solde Frankreichs, das den erstarkenden Hohenzollernstaat zu vernichten suchte. Die Hessen kämpften, geführt von dem Fürsten von Isenburg, in Mitteldeutschland unter dem Herzog Ferdinand von Braunschweig, der die Verbündeten Preußens gegen die Franzosen befehligte.
Die hessischen Husaren zeichneten sich in diesem Kriege besonders im Gefecht von Sandershausen aus. Am 23. Juli 1758 durchquerten überlegene französische Truppen die Fulda. Die hessischen Husaren warfen die französische Kavallerie ins Wasser zurück und hielten den Übergang mehrere Stunden mit dem Karabiner. Schließlich mußten sie der Übermacht von 12 Eskadronen weichen und sich auf den linken hessischen Flügel zurückziehen. Mehrfach attackierten sie bei Bettenhausen und Sandershausen den vordringenden Feind. Im weiteren Verlauf wurde das Husaren-Korps auf 4 Eskadronen verstärkt. Nach dem Friedensschluß 1763 kehrte das Regiment nach Kassel zurück und wurde auf Friedensfuß gesetzt.

Der Rheinfeldzug

1789 begann die französische Revolution. Die Königsfamilie wurde gefangengenommen und später hingerichtet. In Paris wurde die Republik ausgerufen. Um die Königsfamilie zu retten, rückten 1792 Preußen und Österreich in Frankreich ein. Von den übrigen deutschen Reichsfürsten war nur der Landgraf von Hessen-Kassel zur Teilnahme bereit und stellte ein ansehnliches Hilfskorps. Während der Erstürmung von Frankfurt am Main wurde das hessische Husaren-Regiment von seinem Kommandeur Oberst Schreiber so geschickt geführt, daß ihm der König von Preußen den Orden Pour le Merite verlieh. 1793 kämpften die Husaren erfolgreich bei Weissenburg und Wörth. Am 13. 10. 1793 entspann sich der Hauptinfanteriekampf um die Lauter-Übergänge vor den Weissenburger Linien. Das Husaren-Regiment durchquerte die Lauter an einer erkundeten Furt und erschien unverhofft als erstes Regiment auf den Verschanzungen. Vom Feinde überrascht, ergriffen die Franzosen die Flucht und ließen ihre Geschütze zurück.Die Franzosen hatten jedoch hinter den Linien starke Reserven bei Scheital zusammengezogen. Ihr Gegenangriff wurde aber durch eine bravouröse Attacke des Husaren-Regiments vereitelt. Die Franzosen verloren 300 Mann, 100 Mann wurden gefangengenommen, 1 Fahne und 5 Pferde erbeutet. Ungünstige Witterung, Krankheiten und Mangel an Nahrungsmitteln erzwangen schließlich den Rückzug zum Rhein. 1795 wurde ein ungünstiger Friede geschlossen. Nach seiner Rückkehr wurde das Regiment auf Friedensstärke verringert und erhielt Grebenstein als Standort. Dort wohnten die Husaren in Bürgerquartieren zur Miete. 1803 wurde die Landgrafschaft Hessen-Kassel zum Kurfürstentum erhoben. Das Regiment erhielt den Namen "Kurfürstlich-hessisches Husaren-Regiment".

Die Zeit der französischen Besatzung

Nach der Niederwerfung Österreichs durch Napoleon I. in der Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805, folgte 1806 die Niederlage Preußens, das nur durch Sachsen und Weimar unterstützt wurde. Am 14. 10. 1806 wurde das preußisch-sächsische Heer bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen und verlor mit etwa 27.000 Mann mehr als die Hälfte seiner Truppen. Das Kurfürstentum Hessen hatte sich keiner Partei angeschlossen. Nach der Besetzung durch napoleonische Truppen, wurden alle hessischen Truppen entwaffnet und entlassen. Der Kurfürst mußte nach Böhmen flüchten und das Kurfürstentum gehörte fortan zum Königreich Westfalen. Eine Eskadron der kurhessischen Husaren wurde allerdings 1809 durch den Kurfürsten mit einer "Proklamation an die braven Hessen" nach Böhmen einberufen und kämpfte auf österreichischer Seite bei Dresden und Bayreuth. Nach dem Friedensschluß am Ende des Jahres wurde die Eskadron wieder entlassen. Damit endet die Geschichte der Stammtruppen.

Internationale Tage der Kavallerie

Crawinkel, 07. bis 09. 09. 2018

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